(Achat-) Schnecken vom Wienerwald

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 Betreff des Beitrags: Bodengrund /Substrat
BeitragVerfasst: 1. Dez 2013, 18:15 
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Schneckenei

Registriert: 5. Mär 2013, 18:14
Beiträge: 7
Genau wie beim Kalk ist auch das Bodensubstrat eine Glaubensfrage und jeder hat da seine eigenen Vorlieben und Erfahrungen. Deshalb gibt es auch bei der Tier-Haltung nicht den einzig wahren und perfekten Bodengrund.

In der Natur gibt es ja auch keine Einheits-Böden und es ist auch kein Problem, im Terrarium verschiedene Bereiche zu gestalten. So kann man z.B. auf der einen Seite etwas gröberes Substrat einfüllen und auf der anderen Seite etwas Sand untermischen. Oder man kann auch die eine Seite kalken und es auf der anderen bleiben lassen. Der Fantasie sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt.

Was auf Dauer nicht funktioniert, sind tolle Landschaften aus „Deko-Gründen“, weil sich Schnecken wie Wildschweine verhalten und alles umgraben.

Schnecken können auch wahre Diven sein: so reagieren viele von ihnen zickig, wenn man das ganze Substrat auf einmal auswechselt.

Normalerweise tauscht man immer nur einen Teil aus. Je nachdem kann man das alte mit dem neuen Substrat vermischen. Oder man lässt ganz bewusst einen Teil unberührt und ersetzt nur eine gewisse Fläche –auch so entstehen „Landschaften“, die dann von den Tieren nach Lust und Laune umgepflügt und durchmischt werden können. In der Regel mische ich eine Handvoll Kalk unter das neue Substrat (je nach Terra-Grösse mehr oder weniger).

Substrate:
Die meisten Substrate kann man einzeln verwenden –oder sie nach Lust und Laune mischen:

Aussaat- oder Blumenerde
Einfach in der Handhabung. Vor allem Erden mit einem hohen Torf-Anteil müssen gekalkt werden: Torf ist sauer und würde auf Dauer die Häuschen angreifen, die ja praktisch vollständig aus Kalk bestehen. Je nach Qualität kann die Erde recht schnell versumpfen. Dies kann man verhindern, wenn man z.B. Laub untermischt.

Kokos-Ziegel
Einfach in der Handhabung, gute Wasserspeicher, müssen meiner Meinung nach ebenfalls gekalkt werden, weil sie eher sauer sind.

Wald-Erde
Gibt es kostenlos -am besten unter einer Eiche oder Buche holen, denn so hat es noch halb-verrottete Blätter mit dabei. Wenn es dort auch modriges Holz oder Rinden-Stücke hat (am besten solche, die bereits mit Moos oder Flechten überwachsen sind), kann man diese ebenfalls mitnehmen: je nach Grösse gibt das gute Verstecke für die Tiere.
Wer vermeiden will, dass dadurch zu viele Waldbewohner ins Terra kommen, kann die Erde vor der Verwendung in die Mikrowelle oder in den Backofen stellen (110°C). Wenn die Erde trocken ist, kann man sich davon einen Vorrat anlegen. Dass die Erde bei der Verwendung wieder auf Raumtemperatur abgekühlt sein muss, versteht sich von selbst.

Laub
Sehr positiv ist es auch, wenn man Laub von ungiftigen und ungespritzten Bäumen untermischt (Buche, Eiche, Hainbuche, etc.) und auch drüber streut. Auch ohne Substrat-Wechsel streue ich regelmässig Laub ins Terra: einerseits gibt es dem Substrat eine gute Konsistenz und ausserdem wird es von vielen Schnecken gerne gefressen.

Häcksel (=geschreddertes Pflanzen-Material)
Für Häcksel gilt das selbe wie für Laub: es dürfen nur ungiftige und ungespritzte Pflanzen verwendet werden (z.B. Eiche, Buche, Hainbuche, etc.). Durch den Holz-Anteil hilft es, die Erde aufzulockern.

Moos
Empfehlenswert: sieht gut aus, eignet sich zum Polstern von harten Oberflächen und speichert Feuchtigkeit. Nachteil: in selbst gesammeltem Moos können sich ungebetene Gäste verstecken (Käfer, Spinnen, etc.). Moos verträgt die Wärme- oder Mikrowellen-Behandlung nicht.


Mit Vorsicht zu verwenden:

Geschredderte Rindenstücke (Nager-Substrat)
Im Heimtier-Bedarf gibt es auch geschredderte Rindenstücke (z.B. als Substrat für Nager). Im Prinzip eignen die sich schon, um den Boden aufzulockern. Allerdings habe ich schon festgestellt, dass die einen starken Geruch entwickeln, wenn sie nass werden. Der Geruch verschwindet mit der Zeit, aber ich fand das ziemlich unangenehm. Deshalb blieb es bei einem Versuch. Es kommt aber sicher auf die Art vom Material an und ich nehme mal an, dass nicht alles so Geruchs-intensiv ist, wie das Produkt, das ich ausprobiert habe.
Pinienrinde (Terrarien-Abteilung) stinkt weniger, ist aber vergleichsweise teuer.

Seramis
Seramis hat zwar tolle Eigenschaften, aber ich verwende es trotzdem nicht im Substrat, weil es so scharfkantig und spitzig ist. Schnecken können sich daran zwar nicht verletzen, aber meiner Meinung nach ist es unangenehm für die Tiere, wenn sie den ganzen Tag darauf herumschleimen müssen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bodengrund /Substrat
BeitragVerfasst: 1. Dez 2013, 19:15 
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Moderator
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Registriert: 27. Jan 2013, 21:03
Beiträge: 331
Wohnort: Rees
Das ist ja mal ein ausführlicher Beitrag :have_a_nice_day:

In Hinsicht darauf, daß es nicht nur einen goldenen Weg gibt, gebe ich Dir Recht. Mehrere Wege führen nach Rom.
So gibt es verschiedene Meinungen, welches Substrat das beste ist. Die einen schwören auf Walderde, die anderen auf Maulwurfserde, wieder andere nehmen Kokosfasern. Ist recht individuell und die Schnecken gedeihen auf verschiedenen Substraten gleichermaßen gut.
Was allerdings das Seramis angeht, muss ich Dir eindeutig widersprechen. Es hat nicht die von Dir genannten Eigenschaften. Und da man es nicht austauschen (stattdessen auswaschen einmal im Jahr) muss, relativieren sich die Anschaffungskosten rasch. Ich verwende es in Kombination mit Terrabark-Pinienborke seit langem in allen meinen Schneckenbecken und bin nach wie vor davon überzeugt.
Du schreibst, daß sich wegen des wildschweinigen Verhaltens der Schnecken ein Schneckenterra nicht schön einrichten lässt. Sie verhalten sich zwar noch schlimmer als Wildschweine, aber mit etwas Geschick und Planung bekommt man ein Schneckenterra auch schneckensicher und dauerhaft schön eingerichtet ;) .
Lebende Moose sind bei aller Schönheit mit Vorsicht zu genießen da die Häuschen, bei den Tieren, die gerne unter den Moosplatten schlafen, recht schnell stumpf werden. Auch bleiben oft heimische Moose im Schneckarium nicht lange schön weil sie meist das Klima nicht so gut vertragen und ihnen der gekalkte Boden nicht zusagt. War zumindest bei mir so.
Eine Sterilisation in der Microwelle oder dem Backofen ist m. M. nach nicht nötig. Ein gesundes Substrat lebt. Durch die Erhitzung zerstört man vorwiegend die regulierenden nützlichen Lebewesen. Dadurch öffnet man Schädlingen (z.B. Schimmel) die Tür.

_________________
Schöne Grüße vom Fienchen....BildBild


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 Betreff des Beitrags: Re: Bodengrund /Substrat
BeitragVerfasst: 1. Dez 2013, 19:30 
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Schneckenkönig

Registriert: 16. Dez 2011, 22:34
Beiträge: 463
Ein schöner und ausführlicher Beitrag!

Mit dem Moos muß ich Fienchen zum Teil Recht geben: Wenn man viel Moos verwendet und Schnecks hat, die gern darunter schlafen, dann sehen die Häuschen nach einiger Zeit nicht mehr ganz so farbig und glänzend aus.

Daß das Moos meist nicht soo lange hält, finde ich nicht so schlimm. Im Wald bekommt man schnell neues und wenn man einen ordentlichen Teil Walderde unter das Moos und ein wenig drum herum gibt, dann hält es auch recht lang. Man kann es sogar von oben gut gießen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bodengrund /Substrat
BeitragVerfasst: 2. Dez 2013, 11:13 
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Schneckenei
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Registriert: 30. Sep 2013, 11:21
Beiträge: 12
Wohnort: Mecklenburg Vorpommern
ich mag an dieser stelle meine bodengrundmischung angeben.
zur verwendung kommt

waldboden mit buche- und eicheblättern
anzuchterde ohne zusätze
kokosziegel
heilerde

den untergrund bildet das kokossubstrat, angemischt mit anzuchterde,
ebenso verfahre ich mit der walderde, auch sie erhält noch anzuchterde und auch heilerde in einigen bereichen.

natürlich wird aufgekalkt mit rasenkalk 95%ig

damit bin ich wirklich zufrieden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bodengrund /Substrat
BeitragVerfasst: 4. Apr 2016, 18:24 
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Moderator
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Registriert: 27. Jan 2013, 21:03
Beiträge: 331
Wohnort: Rees
Früher hat man ganz einfach einen industriell gepressten Block aus Kokosfasern genommen, gewässert und es als Humus bezeichnet. Heute weiß man, dass aus Kokosfasern der Definition nach praktisch kein Humus entstehen kann und nicht gut als Schneckensubstrat geeignet ist. Kokos verrottet nämlich so gut wie nicht, weswegen daraus Produkte wie Fußmatten und Schiffstaue hergestellt werden. Das Substrat, was aus diesen geschredderten Fasern besteht, quillt auf. U.U. auch im Verdauungstrakt der Schnecken, was je nach Größe der Faser und Größe der Schnecke nicht unbedingt gut sein kann. Das Substrat ist quasi tot, leer, enthält keine verwertbaren Nährstoffe, ist Füllstoff ohne Nährwert. Da die meisten Schnecken aber naturgemäß einen Teil ihres Bedarfs über das Fressen des Bodens decken, kann sich ein Mangel entwickeln. Und bis sich die wichtigen Helferlein darin wohl fühlen und ihre Aufgabe erfüllen können, muss man oft einige Stink- und Gammelplagen erdulden.

Heute weiß man, dass die Schnecken mehr brauchen. Die Zusammensetzung des Substrats, die Nährstoffe, Mineralstoffe, Bakterien, usw. in einem guten Boden sind wichtig für das dauerhafte Gedeihen der Schnecken. Wenn wir den verschiedenen Schneckenarten einen möglichst dem im natürlichen Habitat ähnlichen Bodengrund bieten wollen, stehen wir zum einen vor dem Problem, dass es den nicht fertig zu kaufen gibt und wir zum anderen gar nicht so ganz genau wissen, wie der Boden an genau dem Standort von dem die Tiere oder ihre Vorfahren stammen, beschaffen ist. Man liest Dinge wie „dünne Schicht aus halb verrotteten organischen Bestandteilen auf verwitterndem Gestein“… und ähnliches. Aber… was heißt das für uns?

Es gibt mehrere verschiedene Substrate. Der eine schwört hierauf, der andere darauf. Studien gibt es kaum. Es gibt keine Patentlösung. Aber eine Reihe an Erfahrungswerten der Schneckenhalter.

Bodengründe, die sich bewährt haben sind z.B. Walderde, kunstdüngerfreie Blumenerde, Seramis-Pinienborken-Gemisch, unbelastete Garten- oder Komposterde, unter gemischte Heilerde und natürlich immer mit viel Laub bedeckt…

Nicht artgerecht ist: - reines Seramis, da die organischen Bestandteile notwendig sind um den Boden “leben” zu lassen. Seramis als Einmischung ist gut geeignet und schadet den Häusern nicht. - Blähton - Kokos - Torf - Nager-Einstreu, Stroh, Pellets - nasse Fleecedecken

Aufkalken mit Gesteinskalk, Muschelgrit, Eierschalen, usw. hält den PH-Wert im richtigen Bereich und sorgt so dafür, dass das Periostrakum länger jugendlich bleibt. Wichtig ist, dass sich mit Hilfe von weißen Asseln, Springschwänzen und/oder Kompostwürmern und anderen Kleinstlebewesen ein gesunder Boden entwickeln kann, der Schimmel & Co die Stirn bieten kann. Der Boden sollte feucht, aber nicht nass sein. Dies variiert natürlich gemäß den Ansprüchen der jeweiligen Art. Je mehr Bodengrund umso stabiler ist das Klima. Bei adulten Tieren sollte min. 1,5 x die Länge des längsten Hauses die Höhe des Bodengrundes ergeben. Wenig Veränderung wird den standorttreuen Tieren gerecht. Zu viel Reinlichkeit schadet. Ein gesunder Boden riecht nach Wald und wimmelt vor Leben.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrungen mit den von Euch verwendeten Substraten hier posten würdet. :)

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Schöne Grüße vom Fienchen....BildBild


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